Ansprechpartner und Akteure in Opferschutz und Opferhilfe

Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz

Das BMJV beschäftigt sich intensiv mit dem Schutz von Opfern und der Verbesserung von Präventionsmaßnahmen. Insbesondere klärt es über Opferschutz im Strafverfahren auf und informiert über die Rechte von Opfern. Hierzu stellt das BMJV verschiedene Materialien bereit:

  • Die Opferfibel soll Orientierung im Strafverfahren geben und Opfern helfen, ihre Rechte wahrzunehmen. Es wird erläutert, wie ein Strafverfahren abläuft – von der ersten Vernehmung bei der Polizei über die Hauptverhandlung vor Gericht bis zur Situation nach dem Urteil. Insbesondere werden die Position und die Rechte von Verletzen bzw. Opfern dargelegt.
  • Das Merkblatt für Opfer einer Straftat gibt einen kurzen Überblick über den Ablauf und die Rechte von Opfern im Strafverfahren und ist in vielen Sprachen erhältlich.
  • Die Broschüre „Psychosoziale Prozessbegleitung“ informiert über die Möglichkeiten und Arten der Unterstützung, die die psychosozialen Prozessbegleitung für Betroffene von besonders schweren Straftaten bzw. deren Angehörige bieten kann.

Zudem gibt das BMJV Auskunft über den Opferbeauftragten der Bundesregierung, der der zentrale Ansprechpartner für alle Anliegen von Betroffenen von terroristischen inländischen Straftaten ist. Das Merkblatt Hilfe für Terroropfer und ihre Angehörigen informiert Betroffene über die jeweiligen Ansprechpartner.

Um Kinder und Jugendliche in leicht verständlicher und jugendgerechter Sprache über die eigenen Rechte zu informieren betreibt das BMJV die Webseite https://www.recht-relaxed.de. Zudem richtet sich die Broschüre "Ich habe Rechte" an jugendliche Zeuginnen und Zeugen und erklärt verständlich, wie ein Strafverfahren abläuft und zeigt die bestehenden Hilfs- und Unterstützungsmöglichkeiten auf.

ProPK Polizeilichen Kriminalprävention der Länder und des Bundes

Die ProPK entwickelt in bundesweit tätigen Projektgruppen Konzepte, Medien und Initiativen, die örtliche Polizeibehörden unterstützen. Zudem berät Sie neutral und in der Regel kostenlos zu allen Themen der Kriminalprävention. Ergänzend bietet das Onlineangebot ausführliche Informationen zum Fragen des Opferschutzes und der Opferrechte und zu der Vorgehensweise nach speziellen Delikten insbesondere hinsichtlich der Schnittstellen mit der Polizei.

Der Unabhängige Beauftragte für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs

Das Internetangebot des Unabhängigen Beauftragten für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs (UBSKM) informiert umfänglich über das Themenfeld des sexuellen Kindesmissbrauchs und richtet sich sowohl an Betroffene von sexueller Gewalt, unabhängig ob Mädchen und Jungen oder Erwachsene, die in ihrer Kindheit oder Jugend davon betroffen waren, Angehörige oder andere Menschen, die sie unterstützen wollen. In diesem Zusammenhang bietet es Informationen auf den Gebieten Prävention, Aufarbeitung, Mitsprache in Form eines Betroffenenrats und Recht.  

Das Hilfeportal des UBSKM ist eine bundesweite Datenbank und verweist auf Hilfsangebote wie Beratungsstellen, Notdienste, Therapeut*innen und auch rechtliche Unterstützung in der jeweiligen Region.

In der aktuellen Corona-Krise sind Familien lange und ununterbrochen zusammen, oft beengt und ohne Privatsphäre. Für viele ist das eine schwierige Situation, für Kinder und Frauen steigt das Risiko, in den eigenen vier Wänden misshandelt und missbraucht zu werden. Daher hat  der   UBSKM die Aktion "Kein Kind alleine lassen"  ins Leben gerufen. Diese Website ist    insbesondere für Kinder und Jugendliche  gedacht  und soll ihnen schnell  und übersichtlich einen Überblick über  mögliche Hilfe geben .   Zusätzlich zu den Hilfsangeboten für Kinder und Jugendliche finden sich hier  Flyer und Plakate, welche ausgedruckt werden  können, um auf das Thema  Gewalt in Zeiten der Corona-Krise aufmerksam machen zu können. 

Hilfetelefon "Gewalt gegen Frauen"

Das Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen", angegliedert beim Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben, bietet Betroffenen die Möglichkeit, sich zu jeder Zeit anonym und kompetent beraten zu lassen. Qualifizierte Beraterinnen stehen den Hilfesuchenden zur Seite und vermitteln bei Bedarf an Unterstützungsangebote vor Ort. Barrierefreiheit und Mehrsprachigkeit sichern den Zugang für Frauen mit Behinderung und geringen Deutschkenntnissen. Auch Angehörigen sowie Fachkräften steht das Hilfetelefon für Fragen und Informationen zur Verfügung.

Bundesministerium für Arbeit und Soziales

Das BMAS ist zuständig für das Opferentschädigungsrecht und klärt über die Möglichkeiten der finanziellen Entschädigung nach einer Gewalttat auf. Hierzu gibt es auch die Broschüre Hilfe für Opfer von Gewalttaten
(auch als Flyer erhältlich).

Auswärtiges Amt

Die weltweiten Vertretungen der Bundesrepublik Deutschland im Ausland geben Auskunft über den konsularischen Service. Bei Detailfragen wird die Kontaktaufnahme mit der zuständigen diplomatischen oder konsularischen Vertretung des Ziellandes empfohlen.

Arbeitskreis der Opferhilfen (ado)

Der Arbeitskreis der Opferhilfen (ado) ist ein Zusammenschluss unterschiedlicher professionell arbeitender Opferhilfeeinrichtungen in der Bundesrepublik Deutschland. Der gemeinnützige Verein dient der ideellen und finanziellen Unterstützung der ado-Mitglieder und setzt sich für Opfer in der Gesellschaft ein.

Weisser Ring

Der Weisse Ring ist ein bundesweit tätiger Opferhilfeverein, der mit ehrenamtlichen Helfern Menschen, die von Straftaten betroffen sind zu Seite steht und eine Lotsenfunktion einnimmt. Zudem engagiert er sich in der Gesellschaft, um die rechtliche und soziale Situation von Geschädigten zu verbessern.

Stärker als Gewalt

„Stärker als Gewalt“    ist eine bundesweite Initiative des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend und Teil des Aktionsprogrammes der Bundesregierung „Gemeinsam gegen Gewalt an Frauen“ im Rahmen der Umsetzung der Istanbul-Konvention und des Koalitionsvertrags. Gemeinsam mit 13 Organisationen, die im Bereich Hilfe und Unterstützung aktiv sind, startete die Initiative am 25. November 2019, dem „Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen“. Die Initiative richtet sich an betroffene Frauen und Männer und deren Umfeld mit dem Ziel, Menschen zu stärken, damit sie Gewalt erkennen, verhindern und beenden können. Über die Webseite der Initiative   www.stärker-als-gewalt.de  werden erstmalig eine Vielzahl an bestehenden Hilfs- und Beratungsangeboten gebündelt, die dabei helfen, Gewalt an Frauen und Männer früher zu erkennen und Betroffene effektiver zu unterstützen.

Bundesverband Frauenberatungsstellen und Frauennotrufe

Im bff sind rund 190 Frauennotrufe und Frauenberatungsstellen zusammengeschlossen. Sie leisten in Deutschland den hauptsächlichen Anteil der ambulanten Beratung und Hilfestellung für weibliche Opfer von Gewalt.  In den bff-Mitgliedsorganisationen stehen Tag für Tag zahlreiche haupt- und ehrenamtliche Mitarbeiterinnen Frauen und Mädchen zur Seite, die in ihrem Alltag Opfer von körperlicher, sexualisierter oder psychischer Gewalt werden. Der bff nimmt Einfluss auf politische Entscheidungen, unterstützt dieF orschung und macht das Thema Gewalt gegen Frauen öffentlich.

Verband der Beratungsstellen für Betroffene rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt (VBRG e.V.)

Der   VBRG    ist der Fachverband der unabhängigen Beratungsstellen für Opfer rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt. Die   15 Mitgliedsorganisationen in 13 Bundesländern   unterstützen Betroffene, ihre Angehörigen und Zeugen dabei die Angriffsfolgen zu bewältigen und die eigenen Rechte wahrzunehmen. Wir geben Orientierungshilfen, entwickeln gemeinsam individuelle Lösungen und begleiten zu Polizei- und Gerichtsterminen. Die professionellen Beratungsstellen des VBRG arbeiten parteilich, aufsuchend, kostenlos und vertraulich. Für Betroffene stellt der VBRG außerdem verschiedene   Ratgeber    kostenlos zur Verfügung.

TERRE DES FEMMES - Menschenrechte für die Frau e.v.

TERRE DES FEMMES  ist eine gemeinnützige Menschenrechtsorganisation für Mädchen und Frauen, die durch Aktionen, politische Lobbyarbeit, Öffentlichkeitsarbeit, Förderung von Projekten und internationale Vernetzung von Gewalt betroffene Mädchen und Frauen unterstützt.  Schwerpunkt und Expertise liegen auf der Prävention und Bekämpfung von Frauenrechtsverletzungen. Hierzu gehören alle Formen geschlechtsspezifischer Gewalt wie häusliche & sexualisierte Gewalt,  Frauenhandel und Prostitution, Gewalt im Namen der Ehre, weibliche Genitalverstümmelung. Auch auf strukturelle Diskriminierung machen wir öffentlich aufmerksam, z.B. auf Sexismus in der Werbung.  Neben umfassenden  Informationen bieten wir u.a. eine Übersicht an Beratungskontakten in und außerhalb Deutschlands zu den Themen   Zwangsheirat und Ehrverbrechen ,   Länderberichte zu   geschlechtsspezifischer Gewalt in Herkunftsländern , sowie eine  bundesweite Liste mit AnsprechpartnerInnen zu medizinischen, juristischen und sozialen Leistungen zum Thema   weiblicher Genitalverstümmelung (FGM).